
Diesen Gedanken haben wahrscheinlich mehr Menschen, als vermutet. Besonders Menschen, die beruflich erfolgreich sind und nach Außen eigentlich alles erreicht haben, was sie sich vorgenommen haben, erleben irgendwann einen Punkt, an dem sich trotz des vermeintlichen Erfolgs eine gewisse Unzufriedenheit einstellt.
Und dann kommt die Frage auf:
„Warum bin ich erfolgreich, aber unzufrieden im Job?“
Oder:
„War das schon alles?“
Vielleicht hast auch du lange auf ein bestimmtes Ziel hingearbeitet und dir genau diesen Job früher gewünscht: Eine Führungsposition übernommen, ein eigenes Unternehmen aufgebaut, ein solides Einkommen erreicht und dir einen gewissen beruflichen Status erarbeitet. Und trotzdem merkst du, dass deine Arbeit dich nicht wirklich erfüllt.
Das kann zunächst irritierend sein.
Denn wenn im Außen alles stimmt, gibt es scheinbar keinen offensichtlichen Grund für die eigene Unzufriedenheit. Das macht es umso schwerer, sich diesen Zustand einzugestehen.

Viele Menschen verbinden beruflichen Erfolg mit der Vorstellung, dass sich damit ein bestimmtes Gefühl einstellen wird.
„Wenn ich erst diese Position erreicht habe, dann bin ich zufrieden.“
„Wenn mein Unternehmen erfolgreich läuft, dann kann ich endlich entspannen.“
„Wenn ich noch mehr Geld verdiene, dann habe ich endlich die Freiheit, die ich mir wünsche.“
„Wenn ich erst einmal alles aufgebaut habe, dann kann ich mich um mich selbst kümmern.“
Diese Gedanken sind normal und verständlich. Schließlich brauchen wir Ziele, um uns zu entwickeln und auf etwas hinzuarbeiten.
Problematisch wird es, wenn unser Wohlbefinden dauerhaft an die Erreichung des nächsten Ziels gekoppelt ist.
Denn was passiert, wenn das Ziel erreicht ist?
Kurzzeitig stellt sich meistens tatsächlich ein Gefühl von Zufriedenheit oder Stolz ein. Doch häufig dauert es nicht lange an und das nächste Ziel muss her:
Das nächste Projekt. Die nächste Position. Mehr Umsatz. Mehr Verantwortung. Mehr Wachstum.
Und so entsteht ein Kreislauf, in dem wir ständig auf einen Zeitpunkt in der Zukunft hinarbeiten, an dem wir endlich zufrieden sein wollen.
Nur: Dieser Zeitpunkt kommt häufig nicht.
Erfolg kann vieles ermöglichen, finanzielle Sicherheit schaffen, Anerkennung bringen und das Gefühl, etwas geleistet und erreicht zu haben.
Doch Erfolg allein sorgt nicht automatisch für Erfüllung im Job.
Denn die Frage ist nicht nur, WAS wir erreicht haben,
sondern vielmehr, WIE wir dabei arbeiten und leben.
Wie viel Zeit bleibt tatsächlich für uns? Unsere Freizeit, Freunde und Familie?
Treffen wir unsere Entscheidungen aus innerer Überzeugung oder hauptsächlich aus Erwartungen, die von außen an uns herangetragen werden?
Und vor allem:
Passt das, was wir heute tun, überhaupt noch zu dem Menschen, der wir inzwischen geworden sind?
Denn wir verändern uns. Unsere Prioritäten verändern sich. Unsere Lebenssituation verändert sich.
Unsere Werte und Bedürfnisse können sich im Lauf der Zeit verändern.
Was vor fünf oder zehn Jahren noch genau richtig war, muss heute nicht mehr zu uns passen.
Besonders Menschen, die viel Verantwortung übernehmen, sind häufig sehr gut darin, zu funktionieren.
Sie organisieren, planen, lösen Probleme und treffen Entscheidungen. Sie kümmern sich darum, dass Projekte laufen, Mitarbeitende ihre Aufgaben erledigen, Kunden zufrieden sind und das Unternehmen funktioniert.
Diese Fähigkeiten sind zweifellos wertvoll und haben häufig überhaupt erst dazu beigetragen, dass jemand beruflich erfolgreich geworden ist.
Doch eine Stärke kann irgendwann auch zur Belastung werden.
Wenn du immer präsent und stark sein musst.
Wenn es schwer fällt Kontrolle und Verantwortung abzugeben.
Wenn Delegieren schwerfällt, weil du glaubst, dass es besser ist, die Aufgabe selbst zu erledigen.
Wenn du ständig erreichbar ist, keine klaren Grenzen setzt und sich selbst immer wieder sagt:
„Das muss jetzt noch erledigt werden.“
Dann kann aus Engagement eine dauerhafte Überforderung werden.
Und irgendwann funktioniert man zwar noch, aber man fühlt sich dabei leer und gleichzeitig überrollt von den vielen Anforderungen und Ansprüchen.
Die Ursachen für berufliche Unzufriedenheit sind sehr unterschiedlich.
Manchmal ist tatsächlich der Arbeitsplatz das Problem. Vielleicht herrscht ein schlechtes Arbeitsklima,
die Führung entspricht nicht den eigenen Vorstellungen, die Kollegen sind anstrengend, die Anforderungen sind zu hoch oder die Tätigkeit entspricht nicht den persönlichen Neigungen.
Oft lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn manchmal liegt die Unzufriedenheit nicht darin, dass man zu viel arbeitet oder das falschen Beruf ausübt, sondern viel mehr darin WIE man arbeitet.
Fehlt es an Gestaltungsspielraum?
Sind die eigenen Grenzen über längere Zeit immer wieder überschritten worden?
Wurde zu viel Verantwortung übernommen abgegeben?
Gibt es genau Raum für Aufgaben, die Freude machen`?
Oder hat sich die berufliche Rolle verändert, ohne dass du selbst bewusst entschieden hast, dass du diese Rolle ausfüllen möchtest?
Auch ein fehlendes Gefühl von Sinn oder persönlicher Entwicklung kann dazu führen, dass sich Erfolg irgendwann leer anfühlt.
Das bedeutet nicht automatisch, dass du die falschen Jobs gewählt hast.
Es bedeutet zunächst einmal nur, dass etwas genauer betrachtet werden möchte.
Ein weiterer Grund für berufliche Unzufriedenheit kann darin liegen, dass wir uns sehr stark an den Erwartungen anderer orientieren.
Wir möchten es den Kunden recht machen. Den Kollegen. Den Vorgesetzten. Den Geschäftspartnern. Der Familie. Und natürlich möchten wir auch unseren eigenen Ansprüchen gerecht werden.
Doch je mehr Erwartungen zusammenkommen, desto schwieriger kann es werden, überhaupt noch wahrzunehmen, was wir selbst eigentlich möchten.
Gerade Menschen, die sehr verantwortungsbewusst sind, merken manchmal erst spät, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse über einen langen Zeitraum hintenangestellt haben.
Sie funktionieren weiter, obwohl sie längst erschöpft sind.
Sie übernehmen noch eine Aufgabe, obwohl der Kalender eigentlich voll ist.
Sie sagen Ja, obwohl sie Nein meinen.
Und sie halten an einer Situation fest, weil sie gelernt haben, durchzuhalten.
Das kann kurzfristig funktionieren.
Langfristig führt es jedoch häufig dazu, dass die eigene Zufriedenheit immer weiter in den Hintergrund rückt.
Nein.
Wenn du erfolgreich, aber unzufrieden im Job bist, bedeutet das nicht automatisch, dass eine berufliche Veränderung oder Kündigung die einzige Lösung ist.
Manchmal ist ein Jobwechsel genau das, was gebraucht wird.
Doch bevor du eine weitreichende Entscheidung triffst, ist es sinnvoll, dir zunächst die Frage zu stellen, was genau dich unzufrieden macht?
Denn wenn du beispielsweise aufgrund von Überforderung deinen Job wechselst, aber weiterhin Schwierigkeiten damit hast, Grenzen zu setzen oder Verantwortung abzugeben, kann sich das gleiche Muster im nächsten Unternehmen bei der neuen Arbeit wiederholen. Das ist sogar sehr wahrscheinlich.
Wenn du dich ständig überlastest bist, weil du alles selbst kontrollieren möchtest, wird ein anderer Job allein wahrscheinlich wenig verändern.
Und wenn du dich beruflich neu orientieren möchtest, ohne zu wissen, was dir eigentlich wichtig ist, kann auch die nächste Position wieder zu einer ähnlichen Situation führen.
Deshalb beginnt Veränderung häufig nicht dem Ziel:
„Was soll ich als Nächstes machen, tun oder umsetzen?“
Sondern am besten mit den Fragen:
„Was funktioniert für mich gerade eigentlich nicht mehr und warum?“
Es geht nicht darum, weniger ambitioniert zu werden oder keine Ziele mehr zu verfolgen.
Selbstständigkeit, Karriere, Verantwortung und finanzielle Ziele können sehr erfüllend sein.
Die entscheidende Frage ist vielmehr, ob die Arbeit und berufliche Erfolg so noch mit dem eigenen Leben und den persönlichen Werten zusammenpassen.
Erfolg darf sich nicht nur auf dem Konto, im Lebenslauf oder auf der Visitenkarte gut anhören.
Er darf sich auch im Alltag gut anfühlen. In der Art, wie wir arbeiten. In der Art, wie wir führen.
In unseren Entscheidungen. In unseren Beziehungen zu anderen. Und in der Beziehung zu uns selbst.
Es geht deshalb nicht um ständige Selbstoptimierung oder darum, noch mehr aus sich herauszuholen.
Viele Menschen leisten bereits genug. Es geht vielmehr darum, bewusster zu entscheiden, Grenzen zu setzen, die eigene Rolle zu hinterfragen und den beruflichen Alltag so zu gestalten, dass er wieder leichter, entspannter und stimmiger wird.
Oftmals reicht ehrlichere Bestandsaufnahme.
Nimm dir einen Moment Zeit und beantworte für dich folgende Fragen:
1. Was genau macht dich unzufrieden?
2. Was davon kannst du tatsächlich verändern?
3. Was hat dich bisher davon abgehalten diese Veränderung umzusetzen?
Manchmal entsteht Klarheit nicht dadurch, dass wir noch mehr Informationen brauchen, sondern dadurch, dass wir beginnen, genauer hinzuschauen.
Du musst darauf nicht sofort eine Antwort finden. Doch es lohnt sich, diese Fragen nicht gleich wieder zur Seite zu schieben, wenn du etwas verändern möchtest.
Und manchmal ist es hilfreich, solche Fragen nicht allein mit sich auszumachen.
Im Business Coaching nehmen wir uns die Zeit, deine berufliche Situation in Ruhe zu betrachten und gemeinsam herauszufinden, was sich für dich nicht mehr stimmig anfühlt und wo du etwas verändern möchtest.
Dabei schauen wir nicht nur auf die äußeren Rahmenbedingungen, sondern auch auf deine Rolle, deinen Umgang mit Verantwortung und deine persönlichen Muster im Arbeitsalltag.
Du musst dabei nicht wissen, was die Lösung ist. Im Coaching schaffen wir den Raum und nehmen uns Zeit, Zusammenhänge zu erkennen und daraus konkrete nächste Schritte zu entwickeln.
Wenn du dich mit diesen Fragen gerne einmal in Ruhe auseinandersetzen möchtest, kannst du dich gerne über mein Kontaktformular bei mir melden.
Ich freue mich auf den Austausch mit dir.
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